Mit der Kampagne „Stopp Terror – Hilfe für Nigerias Christen!“ macht CSI auf das anhaltende Leid der christlichen Gemeinschaften in Nigeria aufmerksam. Christen in der Zentrumsregion, die als „Middle Belt“ bekannt ist, sind gezielten Tötungen, Entführungen und sogar Versklavung durch islamistische Gruppen ausgesetzt.
Verantwortlich dafür sind namentlich Milizen aus der Volksgruppe der Fulani, Boko Haram und der „Islamische Staat Westafrikanische Provinz“ (ISWAP), berichtet CSI in einer Pressemitteilung und nennt die schlimme Bilanz: „In den vergangenen fünf Jahren wurden Zehntausende Christen getötet und Millionen vertrieben. Schätzungen zufolge wird im Middle Belt alle 86 Minuten ein Christ getötet. Das Observatory for Religious Freedom in Africa (ORFA) schreibt bewaffneten Fulani-Gruppen zwischen Oktober 2019 und September 2020 18’577 zivile Todesopfer zu.“
Die Öffentlichkeit ist wichtig
Es ist wichtig, dass Christen auch in der Schweiz auf die Situation in Nigeria aufmerksam werden. Joel Veldkamp, Director for Public Advocacy bei CSI, erklärt auf Anfrage von Livenet: „Wenn Christen in der Schweiz beten und spenden, wissen die Christen in Nigeria: Wir sind nicht vergessen. Und je mehr international über diese Gewalt gesprochen wird, desto größer wird der Druck auf die nigerianische Regierung, sie zu beenden.“
Um die Christen in Nigeria zu unterstützen, reisen Teams von CSI regelmäßig ins Land. „Nigerias mehrheitlich christlicher Middle Belt ist zu einem Schauplatz des gewaltsamen Dschihad geworden“, sagt Dr. John Eibner, internationaler Präsident von Christian Solidarity International, in der Pressemitteilung. Und er hält fest: „Das Ausmaß der ethnisch-religiösen Säuberung, welche die Fulani-Milizen im Namen einer islamischen Vorherrschaft an den einheimischen Christen und anderen Nicht-Muslimen des Middle Belt verüben, ist immens. Es droht, jenes der bekannteren Gruppen Boko Haram und ISWAP zu übertreffen.“
Aufruf auch in der Schweiz
Laut John Eibner leugnet die nigerianische Regierung diese Realität. „Ihren politischen und wirtschaftlichen Partnern im Ausland kommt es gelegen, die Augen davor zu verschließen. Werden die Christen weltweit es ihnen gleichtun? Oder stellen sie sich mutig und solidarisch an die Seite dieses verfolgten Teils der Christenheit?“
Da stehe auch die Schweiz in der Verantwortung, so Joel Veldkamp gegenüber Livenet: „Die Schweiz ist weltweit bekannt für ihren Einsatz für Menschenrechte und Frieden. Ihr Wort hat Gewicht, auch in Nigeria.“
Überlebende getroffen
Zu den Überlebenden, die CSI beim jüngsten Besuch traf, gehört Longdi ThankGod. Sie lag in einer Gesundheitsstation auf dem Land im Bundesstaat Plateau in den Wehen, als bewaffnete Fulani-Milizionäre in der Nacht des 21. Juni 2026 das Gebäude stürmten. Longdi floh mitten in den Wehen in die Dunkelheit. Ihr Mann und vier seiner Angehörigen wurden in jener Nacht getötet, berichtet CSI in der Mitteilung und zitiert Pfarrer Hassan John, Projektpartner von CSI im Middle Belt: Die Kampagne sei „ein Zeichen der Hoffnung für Menschen, die nicht ohne Grund glauben, dass die Welt sie vergessen hat“. Und weiter: „Zu wissen, dass Christen auf der ganzen Welt für sie beten und sich für sie einsetzen, ist für die Christen in Nigeria eine große Ermutigung.“
CSI mit Kampagne
CSI leistet seit 2013 Nothilfe für christliche Opfer der Gewalt und setzt sich seit 2019 politisch für die Christen im Middle Belt ein. Das Werk mit Sitz in Binz (ZH) unterstützt aus ihren Häusern vertriebene Christen mit Lebensmitteln und medizinischer Versorgung, finanzieller Starthilfe und Stipendien für Kinder, die einen Elternteil oder eine Bezugsperson verloren haben. Dazu kommen internationale, politische Aufklärungsarbeit und die Dokumentation der Gewalt.
Am 17. September schlug CSI in einer Videobotschaft an den UNO-Menschenrechtsrat Alarm wegen der Massengewalt gegen die Christen im Middle Belt. Die Kampagne „Stopp Terror – Hilfe für Nigerias Christen!“ läuft in der Schweiz noch bis Ende November.
Simon Brechbühl, Geschäftsführer CSI-Schweiz, gegenüber Livenet: „Wenn wir in der Schweiz von Krieg und Konflikten hören, können wir uns oft kaum vorstellen, wie sehr dabei die Religionsfreiheit und die Würde der Menschen unter die Räder kommen. Ich wünsche mir, dass Christen in der Schweiz sich ihrer großen Freiheit und Sicherheit bewusst werden und damit auch ihrer Verantwortung gegenüber ihren leidenden Glaubensgeschwistern weltweit. Paulus schreibt: 'Wenn ein Teil des Körpers leidet, leiden alle anderen mit.'“
Mahnwache auch 2026
Die Mahnwache von CSI zieht immer weitere Kreise, inzwischen wird diese in mehreren Ländern in Europa sowie in Projektländern auf anderen Kontinenten durchgeführt. Im laufenden Jahr findet die Mahnwache am Mittwoch, 9. Dezember, statt.








































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