Die Evangelische Allianz in Deutschland (EAD) beteiligt sich am weltweiten Gebetstag für verfolgte Christen. Angesichts eines zunehmend unter Druck geratenen Grundrechts will der Tag auf Verletzungen der Religionsfreiheit aufmerksam machen und zum Gebet sowie zum Einsatz für bedrängte Christen ermutigen, wie es in einer Mitteilung hieß.
Religionsfreiheit unter Druck
In zahlreichen Ländern werden Menschen wegen ihres Glaubens diskriminiert, überwacht, bedroht oder daran gehindert, ihre Religion frei auszuüben. Vielerorts sind christliche Minderheiten davon betroffen.
Der Gebetstag wird von christlichen Gemeinden in über 100 Ländern auf allen Kontinenten begangen. Er verbindet die Fürbitte für verfolgte Christen mit dem Eintreten für Religionsfreiheit.
Schwerpunkte 2026: Nigeria, Syrien und Zentralasien
Der diesjährige Gebetstag richtet den Blick besonders auf drei Regionen, die unterschiedliche Formen der Bedrängnis zeigen.
In Nigeria leiden christliche Gemeinschaften weiterhin unter Angriffen und Entführungen durch extremistische Gruppen. Beim Angriff auf die überwiegend christliche Gemeinde Yelwata im Bundesstaat Benue kamen nach Angaben der Organisatoren im Juni 2025 mehr als 200 Menschen ums Leben.
In Syrien hat sich nach dem politischen Umbruch Ende 2024 die Lage vieler christlicher Gemeinden weiter verschärft. Kirchen berichten von wirtschaftlicher Not, zunehmender Unsicherheit, Angriffen auf christliche Einrichtungen und einer wachsenden Abwanderung christlicher Familien.
Und in Zentralasien stehen Christen vor allem unter staatlichem Druck. Strengere Religionsgesetze, Registrierungsauflagen und die Überwachung religiöser Aktivitäten erschweren besonders kleineren Gemeinden die Arbeit. Menschen, die vom Islam zum Christentum übergetreten sind, erleben zusätzlich gesellschaftliche und familiäre Ausgrenzung.
Gebet als Zeichen der Solidarität
Für die EAD ist Gebet mehr als ein Zeichen der Anteilnahme. Wer für bedrängte Menschen betet, bringe ihre Not vor Gott und nehme Anteil an ihrem Leid. Der Gebetstag verbinde deshalb die Aufmerksamkeit für Unrecht mit der Zuversicht, dass Gott durch Gebet Menschen stärke und neue Wege eröffne.
Matthias Böhning, Leiter des Arbeitskreises Religionsfreiheit, Menschenrechte und verfolgte Christen (AKREF) der EAD, sagt: „Religionsfreiheit ist ein Gradmesser für den inneren Zustand einer Gesellschaft.“ Wo Menschen ihren Glauben nicht frei leben dürften, seien häufig auch andere Freiheitsrechte bedroht. Deshalb gehe Religionsfreiheit uns alle an.
Auch in Deutschland relevant
Reinhardt Schink, Vorstand der EAD, warnt davor, Freiheit als selbstverständlich zu betrachten: „Die Lage in anderen Ländern erinnert uns daran, wie verletzlich Menschenrechte sein können und dass sie geschützt, verteidigt und immer wieder neu wertgeschätzt werden müssen.“
Auch der AKREF betont, dass Christen in Europa mit wachsendem Druck rechnen müssen. Im Zuge des staatlichen Kampfes gegen islamistischen Terror würden die Rechte von Menschen, die ihren Glauben praktizieren, zunehmend beschnitten, wenn auch bislang eher schleichend.
Ein Anliegen mit Tradition
Der Gebetstag hat eine lange Geschichte. Seit vielen Jahren wurde in Deutschland am Sonntag Reminiszere der verfolgten Christen gedacht. Die Deutsche Evangelische Allianz gab 1996 zum 150-jährigen Jubiläum erstmals ein Gebetsheft für Gemeinden heraus. Durch internationale Vernetzung wurde die Initiative weltweit übernommen.
Wie Gemeinden mitmachen können
Der AKREF lädt alle christlichen Gemeinden ein, im November einen Gottesdienst im Gedenken an verfolgte Mitchristen und im Gebet für weltweite Religionsfreiheit zu gestalten. Wo kein Gottesdienst stattfindet, können andere Gemeindeveranstaltungen im Lauf der Woche dem Thema gewidmet werden.
Zum Gebetstag 2026 hat die EAD ein Gebetsheft veröffentlicht. Es stellt die Schwerpunktländer vor, erläutert die Hintergründe und enthält Gebetsanliegen. Es steht zum Download bereit und kann als Druckausgabe bestellt werden.






































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