Joel Houston, Frontmann von Hillsong United, hat im Podcast „Mature Me“ von Pastor Rich Wilkerson Jr. offen über eine turbulente Phase seines Lebens gesprochen. Der Sohn der Hillsong-Gründer Brian und Bobbie Houston war jahrzehntelang im Gemeindedienst tätig und international als Leiter des Worship-Kollektivs bekannt. Selbst in den erfolgreichsten Jahren kämpfte er jedoch im Verborgenen mit Leere, Erschöpfung und Angst: „Von außen sah alles unglaublich aus, aber innerlich ... ging ich zugrunde.“
Krise zwischen Skandalen und Identität
Die Krise hatte auch einen institutionellen Hintergrund. Hillsong war in den vergangenen Jahren von Skandalen, Missbrauchsvorwürfen und Führungswechseln erschüttert; 2022 trat Brian Houston als globaler Senior Pastor zurück, nachdem die Kirche einen Verstoß gegen den Verhaltenskodex für Pastoren festgestellt hatte. Für Joel Houston ging es dabei nicht nur um Organisation und Beruf, sondern auch um Identität und Zugehörigkeit. Er gestand, zwei oder drei Jahre kaum noch am Gemeindeleben teilgenommen zu haben. Das bedeute aber nicht, dass er seinen Glauben aufgegeben habe. Er verglich den Verlust der Gemeinschaft, die ihn seit der Kindheit geprägt hatte, mit einer Scheidung.
In dieser Zeit stellte er sich selbst infrage und wollte nicht einfach weitermachen, nur weil es das Naheliegendste war. Ohne Tourneen und Albumproduktionen wurde das Songschreiben für ihn zu einem ehrlichen Raum vor Gott: „Ich fühlte mich Gott näher ... wenn ich spätabends an meinem Klavier oder Computer saß, als in manchen der intimsten Momente auf der Bühne.“ Zugleich wurde ihm bewusst, dass der wahre Einfluss einer Gemeinde nicht in der Größe ihrer Versammlungen liegt, sondern in dem stillen Glauben gewöhnlicher Christen vor Ort. Er plädierte dafür, ehrlich über eigene Kämpfe zu sprechen, statt geistliche Stärke vorzutäuschen.
Neue Zuversicht und Demut
Heute blickt Houston mit Zuversicht nach vorn. Er hat eine neue Gemeinde gefunden, die Erfahrung als Demut vor Gott erlebt. Seine Ziele seien dabei nicht mehr auf frühere Erfolge gerichtet: „Ergebnisse sind natürlich wichtig, aber ich bin inzwischen ziemlich immun gegen Erfolg.“ Sein Fazit: „Gott ist im Prozess der Erlösung. In dem Schweren steckt so viel Schönheit.“




































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