Der Gospelmusiker Kirk Franklin hat öffentlich eingeräumt, dass seine Karriere zeitweise seine Familie verdrängt hat und Spannungen im Verhältnis zu seinem Sohn erzeugt hat. Im Interview mit The Christian Post sagte er, er wolle diese Spannungen benennen, statt so zu tun, als seien sie gelöst. Er thematisiert sie auf dem Album „I Am What I Am“, das am 30. Oktober erschienen ist.
Franklin, der 20 Grammy Awards gewonnen hat, sagt, der Eröffnungstitel „Free Me Tonight“ sei eine direkte Auseinandersetzung mit seinen eigenen Fehlern. Die Liedzeilen entschuldigen sich unter anderem für Kollaborationen und öffentliche Bekenntnisse, sprechen davon, Gott enttäuscht zu haben, und dass er seinen Sohn beschimpft habe.
Musik und Familie in Balance
Franklin, der mit seiner Frau Tammy vier Kinder hat, sagte, Musik sei das Erste gewesen, das ihm das Gefühl gegeben habe, geliebt zu werden. „Ich hatte keine Mutter und keinen Vater, die mir gesagt haben, dass sie mich lieben“, sagte er. Er räumte ein, dass es ihm nicht immer gelungen sei, Musik und Familienleben in Balance zu halten: „Die Hektik ändert sich nicht einfach, wenn man ‚Ja, ich will‘ sagt.“
Franklin erklärte, er wolle sich nicht als Vorbild eines gelösten Glaubens darstellen. Seine neu gewonnene Freiheit führt er auf sein Alter und mehr Selbstakzeptanz zurück: „Ich bin heute älter und freier, und deshalb fühle ich mich einfach wohler in meiner Haut.“
Franklin sagt, er überdenke sein bisheriges Verständnis vom christlichen Leben. Nach seiner Darstellung hat sich in Teilen der Black Church, besonders in pfingstlichen Traditionen, vieles darauf konzentriert, was Gläubige nicht tun dürfen, wodurch wenig Raum für Freiheit und Befreiung blieb. Dadurch hätten sich Menschen zeitweise schuldig gefühlt, weil sie glücklich waren. Franklin ist der Meinung, Leiden oder das Gefühl, „zerbrochen“ zu sein, seien nicht notwendig, um Christ zu sein. Franklin sagt, er sei als Kind in der Angst aufgewachsen, Gott werde jeden Fehler bestrafen. Er beschreibt diese Haltung als leistungsorientiert und sagt, er verstehe Gnade heute anders: „Es ist mehr seine Treue zu mir und ein Verständnis von Gnade auf einer Ebene, die ich nie wirklich erfasst habe.“
Kritik wegen expliziter Inhalte
Franklin steht zudem in der Kritik für seine Zusammenarbeit mit der Rapperin GloRilla bei dem Song „This Time“, weil der Titel explizite Inhalte enthalte, was einige Christen bemängeln. Franklin sagte, Christen dürften solche Fragen stellen und sollten Urteilsvermögen üben. Er lehne jedoch „die Grausamkeit, die Gehässigkeit“ mancher Kritik ab. Laut seiner Schilderung fragte GloRilla ihn: „Wenn ein Felsen Gott preisen kann, Kirk, warum dann nicht ich?“ Franklin erinnerte außerdem daran, dass sein Hit „Stomp“ von 1997 ebenfalls Kritik ausgelöst hatte, weil einige Christen säkulare Musikstile im Gospel ablehnten. „Ich glaube, wir führen heute dasselbe Gespräch wie vor drei Jahrzehnten“, sagte er.







































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