Heiko Herrlich: „Gott hat einen anderen Weg mit mir vorgehabt“

Heiko Herrlich
picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Als der Arzt nickte, ging es um Leben und Tod. Diagnose: Hirntumor. Bei Hope TV erzählt der frühere Bundesliga-Fußballer Heiko Herrlich, warum er Gott nie anklagte und sich "absolut getragen fühlte".

Deutscher Meister, Nationalspieler, Champions-League-Sieger, Torschützenkönig: Heiko Herrlich hat im Fußball viel erreicht. In der Hope-TV-Sendung „Wie man Riesen bekämpft“ ging es aber nicht nur um seine Erfolge. Im Gespräch mit Moderator David Kadel erzählt Herrlich, wie ihn der Glaube durch die schwersten Phasen seines Lebens getragen hat.

„Wenn das jetzt dein Weg ist, lieber Gott …“

Im Jahr 2000 erkrankte der Stürmer von Borussia Dortmund an einem Hirntumor. Der Vereinsarzt machte ihm schnell klar, wie ernst die Lage war. „Ich habe ihn gefragt: geht's um Leben und Tod? Da hat er genickt“, erinnert sich Herrlich. Seine damalige Frau war zu diesem Zeitpunkt im dritten Monat schwanger. „Die ersten Gedanken waren: Hoffentlich sehe ich das Kind noch.“

Trotzdem habe er die Situation von Anfang an angenommen. „Ich war immer gläubig. Wenn das jetzt dein Weg ist, lieber Gott, dann gehe ich den mit.“ Angst und Traurigkeit habe es durchaus gegeben, sagt Herrlich. „Aber ich habe mich absolut getragen gefühlt.“ Auf die Frage, ob er Gott angeklagt habe – „Warum ich?“ –, antwortet er knapp: „Nein, überhaupt nicht.“

Herrlich wurde gesund. „Es war Gnade Gottes und ich bin da sehr dankbar drum“, blickte er zurück. Er kehrte auf den Platz zurück und wurde 2002 noch einmal Meister mit Dortmund. An seine frühere Form kam der Bundesliga-Profi nach eigener Aussage aber nicht mehr heran. Hadern wolle er darüber nicht: Gott habe „einen anderen Weg“ mit ihm vorgehabt.

Ganz viel Gnade

Rückblickend sieht Herrlich seine Karriere als Spieler und Trainer als Geschenk. Als Jugendlicher habe er viele um sich gehabt, die talentierter gewesen seien. Sein größter Traum mit 14 oder 15 Jahren sei ein Profi-Einsatz beim damaligen Zweitligisten SC Freiburg gewesen. „Da war so viel Gnade dabei, so viel von oben, so viel Geschenk.“ Das gelte auch für seine Zeit als Trainer: „Da war unheimlich viel Hilfe von oben mit dabei.“

Bibelkreis bei Jorginho

Entscheidend geprägt habe ihn der brasilianische Weltmeister Jorginho, sein Mitspieler in Leverkusen. Der lud die komplette Mannschaft zum Bibelkreis ein. Am Anfang sei Herrlich der Einzige gewesen, der regelmäßig kam, erzählt er. Mit gerade 18 Jahren hatte er ein Cabrio, ein gutes Gehalt und eine eigene Wohnung: „Ich habe gedacht, eigentlich habe ich alles, mir geht's doch wunderbar.“ Beim Brasilianer habe er aber etwas anderes gespürt: ein „ganz anderes Gottvertrauen“. „Da habe ich so für mich gedacht, das will ich auch haben.“

Die Freundschaft hielt. Als seine Ehe zerbrach, sei Jorginho in München jeden Morgen um 6 Uhr mit ihm in den Frühgottesdienst gegangen.

„Am Ende müssen wir immer Gott vertrauen“

Seine Lieblingsverse aus der Bibel seien Sprüche 3, 5-6:

„Verlass dich nicht auf deinen eigenen Verstand, sondern vertraue voll und ganz dem HERRN! Denke bei jedem Schritt an ihn; er zeigt dir den richtigen Weg und krönt dein Handeln mit Erfolg.

Der Mensch versuche immer, „alles zu kapieren und das schaffen wir eben nie“, sagt Herrlich. „Auch wenn die KI jetzt kommt, am Ende müssen wir immer Gott-Vertrauen haben.“ Auch er habe gehadert und gefragt, warum etwas passiert – „aber trotzdem habe ich immer wieder den Weg zurückgefunden zu Gott und zum Vertrauen an ihn“.

Das vollständige Gespräch mit Heiko Herrlich ist in der Sendung „Wie man Riesen bekämpft“ bei Hope TV zu sehen.

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