Seelsorge ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer ganzheitlichen Gesundheitsversorgung. Das betonte der Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK), Regierungsrat Lukas Engelberger, an der 2. Nationalen Konferenz „Seelsorge im Gesundheitswesen“ am 30. Oktober 2026 in Luzern. Wie das Kompetenzzentrum Seelsorge im Gesundheitswesen (KSiG) in einer Mitteilung schreibt, sprach er sich für eine verbindliche, rechtliche und finanzielle Absicherung der Seelsorge aus und forderte die Kirchen auf, sich politisch stärker für deren Zukunft einzusetzen.
Rund 70 Vertreterinnen und Vertreter der reformierten und katholischen Kirchen sowie weitere Gäste diskutierten auf Einladung des Kompetenzzentrums Seelsorge im Gesundheitswesen (KSiG) über die Qualität und Zukunft der Seelsorge in Spitälern, Pflegeheimen und psychiatrischen Kliniken.
Seelsorge als wichtige Ergänzung der Medizin
Ob bei einer schweren Diagnose, nach einem Unfall oder beim Abschied nehmen: Seelsorgerinnen und Seelsorger begleiten Patientinnen und Patienten, Angehörige sowie Mitarbeitende – unabhängig von Religion und Weltanschauung. Sie bringen eine menschliche und spirituelle Perspektive in ein Gesundheitswesen ein, das zunehmend von Effizienz und standardisierten Abläufen geprägt ist. Auch außerhalb der Spitäler, beispielsweise in der mobilen Palliative Care und bei der Betreuung zu Hause, werde ihre Arbeit künftig wichtiger, betonte Engelberger.
Gleichzeitig steht die Seelsorge unter wachsendem Druck. Kirchen und Kantone verfügen über knappere finanzielle Mittel, in vielen Teams stehen Pensionierungen an und der Nachwuchs fehlt. Hinzu kommen unterschiedliche kantonale Regelungen und neue Datenschutzbestimmungen, die den Zugang zu Patientinnen und Patienten erschweren können.
Engelberger machte deutlich, dass gute Rahmenbedingungen keine Selbstverständlichkeit seien. Wo verbindliche Vereinbarungen zwischen Kirchen, Kantonen und Spitälern fehlten, müssten diese geschaffen werden. Die Kirchen ermutigte er, ihre Anliegen in politischen Diskussionen selbstbewusster zu vertreten. Entscheidend sei dabei nicht die Konfession, sondern die Qualität der geleisteten Arbeit und die Offenheit gegenüber allen Menschen.
Nationale Zusammenarbeit soll gestärkt werden.
Die Konferenz zeigte auch die Herausforderungen in den Kantonen: unsichere Finanzierung, unterschiedliche Arbeitsbedingungen und fehlende Bewerbungen. Als mögliche Antworten wurden gemischte Teams, kontinuierliche Weiterbildung und Supervision genannt.
Das KSiG konnte im vergangenen Jahr seine nationale Vernetzung ausbauen und ist inzwischen auch beim Bundesamt für Gesundheit als Fach- und Anlaufstelle bekannt. Ein neues Argumentarium soll Kirchen und Seelsorgenden helfen, den Wert ihrer Arbeit gegenüber Behörden, Spitalleitungen und Politik zu vermitteln.
Mit Blick auf die Zukunft will das Kompetenzzentrum insbesondere die Fachanerkennung vorantreiben, Kontakte zu anderen Religionsgemeinschaften ausbauen und sich politisch für verlässliche Rahmenbedingungen einsetzen. Das Ziel bleibe eine qualitativ hochstehende Seelsorge, die Menschen in schwierigen Lebenssituationen unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit begleitet. Die 3. Nationale Konferenz findet am 23. August 2027 in Bern statt.







































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