Die Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat zum Jahrestag der Novemberpogrome am 9. November zu einem entschlossenen Einsatz gegen Antisemitismus aufgerufen. Die Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs und Synodenpräses Anna-Nicole Heinrich warnten vor einer zunehmenden Bedrohung jüdischen Lebens in Deutschland. Die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen von 1938 sei nicht nur ein Gedenken an die Opfer, sondern auch ein Auftrag für die Gegenwart.
Jüdisches Leben schützen
Heinrich erklärte, jüdische Menschen seien auch heute Anfeindungen, Bedrohungen und Ausgrenzung ausgesetzt. Es dürfe nicht hingenommen werden, dass Jüdinnen und Juden Angst haben müssten, ihre Identität offen zu zeigen. Fehrs erinnerte an die historische Verantwortung der Kirchen. Christliche Judenfeindschaft habe dazu beigetragen, Ausgrenzung und Gewalt den Boden zu bereiten. Deshalb setze sich die EKD dafür ein, dass jüdische Menschen in Deutschland frei, sichtbar und sicher leben können. Jeder Form von Antisemitismus müsse entschlossen widersprochen werden.
Gedenken während der Synode
Die EKD-Synode tagt vom 8. bis 11. November in Würzburg. Dort werden Vertreter von Rat, Präsidium und Kirchenkonferenz an einer städtischen Gedenkveranstaltung zum 88. Jahrestag der Pogromnacht teilnehmen. Die Synode hatte bereits 2023 bekräftigt, dass christlicher Glaube und Antisemitismus unvereinbar sind.
Materialien für Gemeinden
Gemeinden und Interessierten stellt die EKD auf ihrer Homepage verschiedene Arbeitshilfen zum Thema Antisemitismus zur Verfügung. Eine überarbeitete Broschüre informiert über historische Wurzeln und aktuelle Erscheinungsformen des Judenhasses. Zudem sollen praktische Hinweise dabei helfen, antisemitische Äußerungen zu erkennen, Betroffene zu unterstützen und im Alltag Stellung zu beziehen.






































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