Am Samstag, 31. Oktober, kamen 165 Christinnen und Christen im Zwinglihaus in Basel zusammen, um über Armut im Globalen Süden und in der Schweiz zu diskutieren. Vertreterinnen und Vertreter aus Forschung, Politik, Zivilgesellschaft und Kirchen brachten ihre Perspektiven ein. Ein Höhepunkt war nach Angaben der Veranstaltenden der Auftritt eines Straßenchors.
Trotz enormer Fortschritte bei der Armutsbekämpfung in den vergangenen Jahrzehnten leben laut StopArmut weiterhin rund 826 Millionen Menschen weltweit in extremer Armut, also mit weniger als 3 Dollar pro Tag. Der Anstieg bewaffneter Konflikte und der Klimawandel seien gerade die aktuellen zentralen Herausforderungen, sagte Deborah Kistler von der Universität Zürich in ihrem Kurzreferat zum Auftakt der Konferenz.
Alle haben einen Platz
Manuel Rapold von Campus für Christus verwies auf Lukas 14,13-14. Christinnen und Christen seien aufgefordert, Arme an ihren Tisch einzuladen, und jeder Einzelne sei berufen, dazu beizutragen, dass alle einen Platz haben. Peter Bosshart, der in Basel mit drogenabhängigen Menschen arbeitet, schilderte zwei Geschichten. Im Zentrum stehe die menschliche Begegnung: „Menschlichkeit ist ein Stück gemeinsame Hoffnung, Menschlichkeit ist keine Einbahnstrasse“, betonte Bosshart. Markus Christen vom Verein Surprise, der unter anderem ein Straßenmagazin herausgibt, beschrieb seine persönliche Lebensgeschichte und rief Fachpersonen im Sozialbereich auf, bei Armutsbetroffenen nach deren Kompetenzen zu suchen.
Christoph Hochuli, EVP-Großrat von Basel-Stadt, erläuterte, wie die 1%-Initiative gegen globale Armut im Kanton zustande kam. Nach vier Jahren habe das Initiativkomitee einen politischen Erfolg für eine starke internationale Zusammenarbeit erreicht. Karin Lehmann von der NGO Morija betonte, dass Entwicklungszusammenarbeit auf Augenhöhe mit Partnerorganisationen und verletzlichen Menschen im Globalen Süden stattfinden müsse, um wirksam zu sein.
Dominic Roser von der Universität Freiburg ermutigte die Teilnehmenden, „schlaue Samariterinnen und Samariter“ zu werden. Er fragte, wie Menschen in Armut davon profitieren können, wenn gegeben wird, aber nicht einfach mehr, sondern klüger. In Workshops diskutierten die Teilnehmenden Handlungsoptionen für persönliches und politisches Engagement gegen Armut in der Schweiz und weltweit. Am Markt der Möglichkeiten informierten sich Besucherinnen und Besucher über Organisationen und deren Einsatzmöglichkeiten.
Organisatorin Anja Eschbach beschreibt die Stimmung als „friedlich und zugleich motiviert“. Die Teilnehmenden seien aktiv, aufmerksam und mit echtem Interesse dabei gewesen.





































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