Tim Challies ist einer der bekanntesten reformiert-evangelikalen Blogger Nordamerikas. Auf seiner Homepage schreibt er regelmäßig über Theologie, christliches Leben, Bücher und Kultur. Jetzt hat er erklärt, warum seine Gemeinde, die Grace Fellowship Church in Toronto, sich vor einigen Jahren entschieden hat, keine Lieder von Bethel, Hillsong und Elevation mehr in ihren Gottesdiensten zu singen.
Theologische Vorbehalte
Der Grund seien theologische und finanzielle Bedenken gegenüber den Gemeinden hinter den weltweit bekannten Lobpreisbewegungen gewesen. Nach Angaben von Challies seien die Musikprojekte eng mit ihren jeweiligen Gemeinden verbunden und könnten nicht unabhängig von deren Lehre betrachtet werden. Besonders kritisch sieht er persönlich die Bethel Church in Kalifornien, die seiner Ansicht nach problematische Lehren zu Heilung, Prophetie und Offenbarung vertritt. Auch Hillsong und Elevation würden in zentralen theologischen Fragen Anlass zur Sorge geben.
Musik als Zugang zur Gemeinde
Challies argumentiert, dass Lobpreislieder nicht nur Botschaften transportieren, sondern Menschen oft auch auf die dahinterstehenden Gemeinden aufmerksam machen. Wer regelmäßig Songs bestimmter Künstler singe, interessiere sich möglicherweise auch für deren Predigten, Bücher und weitere Angebote. Aus diesem Grund wollte seine Gemeinde keine Plattform für Leiter bieten, deren Dienst sie nicht empfehlen könne.
Auch finanzielle Gründe spielen demnach eine Rolle. Durch Musikverkäufe, Streaming-Einnahmen und Lizenzgebühren würden die Gemeinden hinter Bethel Music, Hillsong Worship und Elevation Worship finanziell unterstützt. Zwar seien die einzelnen Beträge oft gering, dennoch trügen Gemeinden und Hörer dazu bei, Reichweite und Einfluss dieser Organisationen zu stärken.
Gewissensfrage statt Glaubensstreit
Challies betont in seinem Beitrag jedoch, dass es sich nicht um eine eindeutige biblische Verbotsfrage handelt. Gemeinden könnten nach Gebet und sorgfältiger Prüfung auch zu anderen Ergebnissen kommen. Für ihn und die Ältesten seiner Gemeinde sei der Verzicht jedoch die beste Lösung gewesen, zumal es ausreichend alternative Lobpreislieder gebe, die dieselben Glaubensinhalte vermitteln.
Laut Challies gebe es immer wieder Nachfragen zu dem Thema. Die Verantwortlichen seien jedoch weiterhin überzeugt, dass die Entscheidung ihrer Gemeinde diene und sowohl theologischen als auch praktischen Überlegungen Rechnung trage.






































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