Die bayerische Landeskirche plant, rund ein Viertel ihrer Stellen einzusparen. Dagegen formiert sich Protest: Der Gemeindebund Bayern hat eine Petition gestartet, die die Ortsgemeinden wieder stärker in den Mittelpunkt rücken will. Vor der Herbsttagung der Landessynode sollen 5.000 Unterschriften zusammenkommen, wie das Sonntagsblatt berichtet.
Auslöser ist die neue Landesstellenplanung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB). Sie sieht vor, den Stellenrahmen um 25 Prozent zu verkleinern. Gleichzeitig sollen sogenannte Regionalgemeinden entstehen, in denen mehrere Kirchengemeinden enger zusammenarbeiten und Aufgaben gemeinsam übernehmen. Die Stellen werden künftig den Dekanatsbezirken zugewiesen, die sie wiederum auf die Regionalgemeinden verteilen.
Sorge: Persönliche Beziehung geht verloren
Die Initiatoren sehen in dieser Struktur eine Gefahr für die Arbeit vor Ort. Ihrer Ansicht nach werden die Ortsgemeinden zugunsten übergeordneter Strukturen zunehmend geschwächt. Besonders kritisieren sie den Wegfall von Stellen im Gemeindedienst: Laut ihrer Darstellung entfällt künftig jede vierte Pfarrstelle in diesem Bereich.
Ihr Argument lautet, dass Kirche vor allem von persönlichen Beziehungen und Nähe lebt. Taufen, Seelsorge, Trauerbegleitung und das alltägliche Gemeindeleben finden überwiegend in den Ortsgemeinden statt. Notwendige Reformen dürften deshalb nicht auf Kosten von Verlässlichkeit und persönlicher Erreichbarkeit gehen.
Kirchliches Leben stärken, nicht schwächen
Mit der Petition verfolgt der Gemeindebund zwei Ziele: Die Beschlüsse zur Landesstellenplanung sollen erneut beraten werden. Die Landeskirche soll ein Konzept vorlegen, das die Ortsgemeinden als Grundebene kirchlichen Lebens stärkt.
Bislang wurden rund 3.800 Unterschriften gesammelt. Das Ziel liegt bei 5.000. Die Petition soll während der Herbsttagung der Landessynode vom 22. bis 25. November in Amberg an Synodalpräsidentin Tanja Keller übergeben werden.
Keller hat angekündigt, die Petition entgegenzunehmen, und steht nach eigenen Angaben im Austausch mit dem Gemeindebund. Sie nehme das Anliegen ernst. Es sei wichtig, „dass wir uns als Synodale damit auseinandersetzen“, wie sie gegenüber dem Sonntagsblatt sagte. Sie erkennt die Sorge an, dass sich die Nähe vor Ort und das ehrenamtliche Engagement verändern oder durch größere Strukturen verloren gehen könnten. Zugleich höre sie Stimmen, die angesichts knapper werdender Ressourcen auf eine stärkere Zusammenarbeit der Gemeinden setzen. In den Regionen werde es künftig darauf ankommen, Aufgaben gemeinsam zu organisieren und zu klären, wer welche Verantwortung übernimmt.




































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