Der Ökumenische Predigtpreis ist am Dienstag in Bonn verliehen worden. Dieses Jahr wurden fast nur Frauen ausgezeichnet, wie die Jury bekanntgab.
Die beste Predigt kommt von Antje Armstroff
Wie spricht man über Frieden, wenn Verhandlungen gescheitert sind? Antje Armstroff hat in ihrer Predigt am Pfingstmontag 2026 eine Antwort gesucht und dafür den Preis für die beste Predigt erhalten. Ausgehend von Johannes 20,19–23 verbindet sie persönliche Konflikte und gescheiterte Friedensverhandlungen mit biblischen Szenen. Ihre Stärke liegt darin, Fragen von Streit und Versöhnung nicht vorschnell aufzulösen, sondern sie aus der Heiligen Schrift heraus bearbeitbar zu machen.
Lebenswerk: Das digitale Projekt „AndersAmen“
Für ihr Lebenswerk werden Ellen und Stefanie Radtke geehrt. Die beiden miteinander verheirateten Pastorinnen aus der St.-Michaelis-Gemeinde in Osnabrück betreiben seit 2020 den YouTube-Kanal „AndersAmen“. Dort beschäftigen sie sich mit persönlichen, theologischen und gesellschaftlichen Fragen. Die Jury lobt, dass sie damit weit über klassische kirchliche Milieus hinaus Menschen erreichen. Die Auszeichnung würdigt auch ihren Einsatz für die queere Community im Rahmen des Projekts.
FaithCast für den Podcast „Stachel und Herz“
Den FaithCast gewinnt der Podcast „Stachel und Herz“. Dahinter stehen Sarah Vecera, Thea Hummel und Julian Elf von der Vereinten Evangelischen Mission (VEM). Die drei sprechen darin persönlich, politisch und mit Humor über Rassismus, Sexismus, gesellschaftliche Machtverhältnisse, Kirche und Gerechtigkeit. Der Podcast zeigt, wie sich christlicher Glaube und gesellschaftliches Engagement miteinander verbinden lassen.
Der Ökumenische Predigtpreis Bonn wird seit dem Jahr 2000 vergeben. Verantwortet wird er von der evangelisch-theologischen und der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Bonn sowie vom Altkatholischen Seminar. Ausgezeichnet werden Predigten, die einen hervorragenden Beitrag zur Redekultur in den Kirchen im deutschsprachigen Raum leisten. Maßstab sind theologischer Gehalt, biblische Fundierung, Erfahrungsnähe und Glaubwürdigkeit. Der Preis ist undotiert. Seit 2023 unterstützt ihn der Verlag am Birnbach finanziell. Zu den früheren Preisträgerinnen und Preisträgern zählen unter anderem Hanns Dieter Hüsch, Walter Jens, Margot Käßmann und Luisa Neubauer.





































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