Der Auftritt des australischen Prediger-Ehepaars Martin und Millicent Sedra im Garchinger Bürgerhaus (C-Heute berichtete) weiterhin für Diskussionen. Die Stadt Garching erklärte in einer Stellungnahme, sie wolle „keine Hassreden, Diskriminierungen und Beleidigungen in Garching“. Zugleich verwies sie auf rechtliche Grenzen bei der Vergabe öffentlicher Räume. Nach eigenen Angaben hätten Recherchen „keine Informationen“ ergeben, die „eine Versagung der Vermietung an ,Reviving The World e.V.‘ rechtfertigten oder den Auftritt eines der angekündigten Redner rechtssicher verbieten würden“. Die Polizei sei im Vorfeld über die Veranstaltung informiert worden.
Bürgermeister Thomas Lemke (CSU) erklärte gegenüber dem Münchner Merkur, man habe nicht erkennen können, „dass die angemeldete Freikirche Hassprediger im Gepäck hatte“. Zugleich warnte er vor vorschnellen Verboten. „Verlieren wir“, sagte Lemke mit Blick auf mögliche Gerichtsverfahren, „setzen wir diesen Leuten die Krone des Märtyrertums auf.“
Kritik von Integrationsbeirat, SPD und Grünen
Der Integrationsbeirat zeigte sich „zutiefst bestürzt“ und erklärte: „Glaubensfreiheit ist uns ein hohes Gut. Glaubensfreiheit erlaubt es aber niemandem, anderen die Würde abzusprechen oder eine ganze Religionsgemeinschaft zum Feind zu erklären.“ Auch die SPD kritisierte den Auftritt scharf. Das Prediger-Ehepaar hätte „nicht in Garching auftreten dürfen“. Die Grünen betonten, der Mietvertrag hätte „so niemals abgeschlossen werden dürfen“ und forderten eine umfassende Aufarbeitung der Entscheidung.
Während seiner Predigt sagte Martin Sedra unter anderem: „Jesus herrscht über Deutschland, die Regierung herrscht nicht über Deutschland, der Teufel herrscht nicht über Deutschland, LGBTQ herrscht nicht über Deutschland, Mohammed herrscht nicht über Deutschland.“ In Deutschland würde der „Geist der Unzucht“ wachsen, sagt Sedra. Und diese Unzucht werde durch die Pride-Bewegung verursacht, die Gott verhöhne und „direkt aus der Hölle" käme
Die Pride-Bewegung, Transpersonen und Drag-Künstler bezeichnete er als „dämonisch“ und forderte die Entfernung von Regenbogenflaggen. „Meine Botschaft an die Pride-Bewegung und die Homosexuellen lautet: Kehrt euch ab von eurer Sünde, oder der Zorn Gottes wird euch zerstören.“ Abtreibung setzte er in Bezug zum Holocaust. Später sprach er Flüche über den „Geist des Islam“, Mohammed und den Koran aus.
Martin und Millicent Sedra sollten ursprünglich bei der vom Gospel Forum Stuttgart organisierten „Holy Spirit Night“ sprechen. Nach öffentlicher Kritik wurden beide jedoch wieder ausgeladen.







































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