Nach Recherchen von ref.ch werfen mindestens zehn Frauen einem reformierten Schweizer Pfarrer aus dem Kanton Zürich sexuelle Übergriffe vor. Die Vorwürfe reichen von den frühen 1990er-Jahren bis in die 2000er-Jahre und sind laut Bericht in kirchlichen Akten dokumentiert. Eine Betroffene schilderte, der Geistliche habe versucht, sie gegen ihren Willen festzuhalten und zu küssen. Strafanzeigen wurden damals nicht eingereicht. Für den Pfarrer gilt die Unschuldsvermutung.
Als die Vorwürfe Ende 2006 bekannt wurden, leitete die Reformierte Kirche Zürich demnach eine Voruntersuchung ein. Noch bevor diese abgeschlossen werden konnte, kündigte der Pfarrer seine Stelle. Die Untersuchung wurde anschließend eingestellt. Dafür hat sich die heutige Kirchenleitung inzwischen bei den Betroffenen entschuldigt. Zeitgenössische Berichte beschrieben die Vorwürfe als mangelnde „professionelle Distanz“ in der Seelsorge.
Nach seinem Ausscheiden in Zürich war der Mann weiterhin in mehreren Kantonen tätig, unter anderem in Bern, Wallis und Genf. Wiederholt kam es dort zu Konflikten oder vorzeitigen Beendigungen seiner Tätigkeit. Der Fall zeigt nach Ansicht von Beobachtern Schwächen im föderalen System der reformierten Kirchen auf. Die Landeskirchen sind kantonal organisiert. Dadurch konnte der Pfarrer in mehreren Kantonen neue Stellen finden. Die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz verweist darauf, dass inzwischen strengere Standards für Referenzen und den Informationsaustausch zwischen den Landeskirchen gelten.








































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