Nach einem anonymen Drohbrief an die Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz in Speyer haben die Evangelische Kirche der Pfalz und das Bistum Speyer ihre Solidarität mit der Kultusgemeinde bekundet. „Wir stehen antisemitischen Vorurteilen und Angriffen auf Jüdinnen und Juden entschieden entgegen - in unseren Kirchen, in unserer Gesellschaft und überall dort, wo jüdisches Leben
angefeindet wird“, heißt es in einem am Montag gemeinsam veröffentlichten Schreiben. Antisemitismus, Hass und jede Form der Bedrohung jüdischen Lebens seien nicht hinnehmbar.
„Eine Drohung gegen eine Synagoge ist ein Angriff auf Menschen, ihre Religionsfreiheit und gegen das selbstverständliche Recht, den jüdischen Glauben ohne Angst und Einschüchterung leben zu können“, heißt es. Christinnen und Christen seien mit Jüdinnen und Juden im gemeinsamen geistlichen Erbe in besonderer Weise verbunden. Landeskirche und Bistum wünschten den Mitgliedern der Kultusgemeinde „Kraft, Zuversicht und die Gewissheit, in dieser schwierigen Situation nicht allein zu sein“.
Anonymer Brief drohte Anschlag an
Die Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz in Speyer hatte am vergangenen Freitag einen anonymen Brief erhalten, in dem angedroht wurde, die dortige Synagoge in die Luft zu sprengen. Der Brief enthielt nach Angaben der Polizei auch fremdenfeindliche Äußerungen, ein beigelegtes Pulver sei harmlos. Die Ermittlungen dauern an. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) forderte für die Täter die volle Härte des Strafrechts.
Stadt Speyer verurteilt die Drohung
Die Stadt Speyer hat die Drohung gegen die Synagoge Beith-Shalom und die Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz aufs Schärfste verurteilt. Sie sei ein gezielter Einschüchterungsversuch gegen die jüdische Gemeinde und ein Angriff auf das friedliche Zusammenleben in der Stadt. Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler sicherte der Kultusgemeinde ihre Solidarität und Unterstützung der Stadt zu.
Seiler sagte: „Eine Drohung gegen unsere jüdische Gemeinde ist keine bloße Provokation. Sie richtet sich gegen Menschen, die ihren Glauben leben, und gegen ihr Recht, dies ohne Angst tun zu können.“ Die Stadt sehe es als gemeinsame Verantwortung, jüdisches Leben zu schützen und Antisemitismus entschieden entgegenzutreten. Seit dem Anschlag auf die Synagoge in Halle im Oktober 2019 steht die Synagoge Beith-Shalom bei Gottesdiensten und Veranstaltungen unter Polizeischutz. Dass jüdische Menschen für den Besuch ihres Gotteshauses auf solche Maßnahmen angewiesen seien, sei ein Zustand, mit dem sich die Stadt nicht abfinden könne. Zugleich müsse das Ziel bleiben, dass sie ihren Glauben frei und ohne Bedrohung leben können.
Nach Zahlen des Bundesverbands der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS) wurden für 2025 bundesweit 8.725 antisemitische Vorfälle dokumentiert. Das sind mehr als dreimal so viele wie 2022. Die Stadt sieht darin einen Beleg für die Dringlichkeit des Themas.







































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