Viele haben aufgehört zu beten. Zum Beispiel, weil sie den christlichen Glauben oder Gott selbst für „von gestern“ halten. Der Schriftsteller Martin Walser beschreibt in seinem Buch „Halbzeit“ einen Kirchenbesuch. Dort hindert ihn die „feierliche Amtssprache“ am Beten. Er empfindet sie als verschroben, zu weit entfernt von seinem Leben. Und er fragt sich: „Glauben die Frommen, Gott höre sie nur, wenn sie beten, er habe keine Ahnung von den Worten, die sie sonst denken und sagen?“ Diese Aussage macht nachdenklich. Ich glaube, Martin Walser hat recht, obwohl er es ganz anders, nämlich negativ gemeint hat. Denn Gott kennt uns, auch unser sonstiges Reden, unser Denken, unsere „Gedanken versteht er von ferne ...“, heißt es in Psalm 139,2.
Warum soll ich beten, wenn Gott mich nicht erhört?

Viele kennen die Erfahrung: Sie haben lange für ein Anliegen gebetet – und nichts geschieht. Hat es dann überhaupt noch Sinn, zu beten?





































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