Christen in Israel werden immer häufiger angefeindet. Das Religious Freedom Data Center (RFDC) hat im dritten Quartal 2026 insgesamt 106 Übergriffe in 96 Vorfällen dokumentiert. Bei manchen Vorfällen kam es zu mehreren Formen der Belästigung gleichzeitig. Das RFDC wurde im Juli 2023 von israelischen Bürgern gegründet. Es betreibt eine Hotline, über die Übergriffe auf Christen gemeldet werden können.
Am häufigsten wird gespuckt
Mit 77 Fällen war Anspucken die mit Abstand häufigste Form. Es richtete sich gegen Geistliche, Pilger und Kirchengebäude. Laut Bericht erfasste das RFDC außerdem 9 verbale Beleidigungen, 5 körperliche Angriffe, 4 Fälle, in denen Gegenstände geworfen wurden, 3 Fälle von Vandalismus und beschädigten Schildern sowie eine Drohung. Geistliche würden regelmäßig melden: „Es vergeht keine Woche, ohne dass mich jemand anspuckt.“
Brennpunkt armenisches Viertel
88 der 96 Vorfälle ereigneten sich in Jerusalem, 77 davon in der Altstadt. Allein 45 Vorfälle zählte das RFDC im armenischen Viertel. Durch das Viertel gehen täglich Tausende Menschen auf dem Weg zur Klagemauer. Die armenische Gemeinde leidet nach Einschätzung des RFDC am stärksten unter den Übergriffen.
Laut RFDC treten die Täter immer selbstbewusster auf. Den traurigen Höhepunkt bildet ein Pfefferspray-Angriff auf einen neunjährigen Jungen. Mönche und Geistliche verlassen ihre Klöster zunehmend in Alltagskleidung, und Gemeindemitglieder tragen ihre Kreuzketten unter der Kleidung. Nach einem Angriff auf eine Ordensschwester auf dem Zionsberg im April begleiteten Freiwillige Nonnen vier Monate lang an sechs Tagen pro Woche, morgens und abends. Diese Begleitung endete erst, als sich die Schwestern wieder sicher fühlten.






































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