Wir alle kennen ältere Leiter, welche aufgehört haben, lernbereit zu bleiben. Sie sind in bestimmten Mustern und Formen steckengeblieben. Was bewirken sie dadurch? Sie wirken überheblich und sie verlieren den Anschluss an die jüngeren Generationen.
So oft passiert uns doch genau dasselbe, wenn wir meinen, nicht mehr auf die Jugendlichen hören zu müssen. Wenn wir, ohne zuzuhören, meinen, es besser zu wissen, dann sind wir auf dem besten Weg, Stillstand zu kultivieren. Ein Schlüssel, um die Kirche beständig erneuern zu lassen (ecclesia semper reformanda), ist es, lernbereit zu bleiben.
Weiterbildung ist nicht nur in der Wirtschaft dringend erforderlich, sondern auch in der Kirche. Es ist unsere Verpflichtung, ständig in die eigene Entwicklung zu investieren, Podcasts zu hören, Weiterbildungen zu besuchen und von anderen zu lernen.
Natürlich heißt Lernen nicht, dass wir alles übernehmen müssen, was uns vorgeschlagen wird. Es heißt aber, ehrlich zuzuhören und das Gegenüber ernst zu nehmen, wenn wir Kritik bekommen. Es heißt, proaktiv neue Wege und Lösungen zu suchen und ab und zu auch etwas innovativ Neues auszuprobieren.
Up-to-date sein
Als Jugendleiter gehört es zu unserer (unausgesprochenen) «Job Description», immer im Bild zu sein, was gerade angesagt ist und welche neuen Strömungen die christliche Welt erobern. Wenn dein Gemeindeleiter nicht gerade Kinder im Teenageralter hat, wird er dich wahrscheinlich fragen, was es mit dem neuesten Trend auf sich hat und was das für uns als Kirche bedeutet.
Wir müssen aber nicht nur bezüglich Trends immer dazulernen, sondern auch bei den viel wichtigeren Themen. Wenn es um unsere persönliche Heiligung geht, unsere theologischen Einsichten oder um unsere Leitungskompetenzen: Da haben wir nie ausgelernt. Unsere Einsicht ist immer nur Stückwerk und unsere Persönlichkeit nie perfekt.
In unserer Jugendarbeit helfen folgende Maßnahmen, um ständig dazuzulernen:
- Wir möchten voneinander wissen, wo wir persönlich mit Gott dran sind und uns gegenseitig in den Next-Steps (vgl. die Next-Step-Liste) ermutigen.
- An unseren Leitertreffen gibt es nebst Austausch, Spaß und geistlichen Zeiten auch regelmäßige Teachings, die unsere Leitungskompetenzen steigern sollen. Oft lade ich dazu auch externe Redner ein.
- Wir pflegen eine offene Feedbackkultur, in der auch Kritik erlaubt ist.
- Wir besuchen jedes Jahr als Team eine Jugendarbeit, welche uns ein paar Schritte voraus ist. Ich versuche dabei, ein «Behind the Scenes» möglich zu machen, sodass unsere Leiter einen möglichst großen Einblick bekommen.
- Wir übernehmen für die Weiterbildungen von Volontären einen Teil ihrer Kosten für ausgewählte Kurse.
- Die angestellten Jugendleiter unserer Kirche bekommen vertraglich jedes Jahr eine Woche und einen bestimmten Betrag, um sich selbst weiterzubilden. Diese Weiterbildungen müssen mit dem Vorgesetzten abgesprochen werden.
Reflexionsfragen
• Welche Weiterbildungen hast du in den letzten zwei Jahren besucht?
• Von welchen Leuten lernst du zurzeit am meisten? Wo hast du konkrete Möglichkeiten, um mit ihnen Zeit zu verbringen?
• Wo stehst du in Gefahr, nicht mehr dazulernen zu wollen und alles einfach so zu belassen, wie es jetzt ist? Wie könntest du hier dafür sorgen, dass du nicht einrostest?








































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