Beim Friedenstreffen der Gemeinschaft Sant'Egidio in Assisi kamen Vertreter unterschiedlicher Religionen zusammen. Der Religionsfreiheitsbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Rachel, sagt im Interview mit katholisch.de, der „Geist von Assisi“ sei angesichts der aktuellen Krisen wichtiger denn je.
Dieser Geist lebe, so Rachel. In einer Zeit großer Konflikte brauche es Begegnung statt Abgrenzung: „Hier wird nicht gegeneinander gebetet, sondern miteinander für das gemeinsame Ziel des Friedens.“ Ohne Versöhnung der Religionen werde es keinen Weltfrieden geben. Rund 80 Religionsvertreter hätten einen gemeinsamen Friedensappell unterzeichnet.
Religionsgemeinschaften stünden zudem in der Verantwortung, der Rechtfertigung von Gewalt zu widersprechen. Die Aussage des russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill, Russlands Krieg gegen die Ukraine sei ein „heiliger Krieg“, nennt Rachel „erschreckend“.
Papst Leo XIV. hatte seine Teilnahme am Internationalen Friedenstreffen in Assisi wegen seiner Lungenoperation abgesagt. Er schickte jedoch eine Videobotschaft, in der er davor warnte, dass Kriege erneut als Mittel internationaler Politik angesehen werden. Dadurch werde „die Erinnerung an das 20. Jahrhundert und das sinnlose Gemetzel von Millionen Menschenleben verraten“, sagte er am Dienstag.
Vor 40 Jahren, kurz vor dem Ende des Kalten Krieges, hatte Papst Johannes Paul II. den ersten Weltgebetstag für den Frieden einberufen. Die Laiengemeinschaft Sant'Egidio führt diese Tradition fort und lud für 2026 erneut Vertreter aller Religionen nach Assisi ein. Krieg dürfe niemals im Namen Gottes geführt werden, forderte der Papst. Wer im Namen der Religion kämpfe, greife in Wahrheit die Religion selbst an: „Es gibt keinen heiligen Krieg: Nur der Friede ist heilig!“





































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