Nach Angaben der Ethiopian Orthodox Tewahedo Church sowie Berichten von Vatican News und BBC ereigneten sich die Angriffe in der Nacht von Samstag auf Sonntag in der Region Oromia, rund 270 Kilometer südlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Bewaffnete Angreifer sollen mehrere überwiegend von orthodoxen Christen bewohnte Ortschaften attackiert haben. Die Täter seien von Haus zu Haus gezogen und hätten Bewohner mit Schusswaffen und Messern getötet. Unter den Opfern befinden sich nach Angaben von Augenzeugen auch Kinder und ältere Menschen.
Ein Bewohner, dessen 75-jähriger Vater getötet wurde, schilderte gegenüber der BBC die Ereignisse als gezielten Hinterhalt: „Wir waren völlig unvorbereitet und hatten keinerlei Vorwarnung. Sie umzingelten uns von allen vier Seiten.“ Nach Angaben der Kirche wurden zudem rund 20 Häuser niedergebrannt. Eine Kirche soll beschädigt worden sein. Gemeinden in benachbarten Orten nahmen zahlreiche Menschen auf, die vor der Gewalt flohen. Viele Bewohner hätten ihre Dörfer inzwischen verlassen, heißt es.
Die Verantwortlichen für die Attacken sind bislang nicht eindeutig identifiziert. Lokale Behörden machen ein neu gebildetes Rebellenbündnis verantwortlich, das unter anderem die Oromo Liberation Army (OLA) umfassen soll. Sie wird von der Regierung als Terrororganisation eingestuft. Die OLA hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert, bestreitet jedoch seit Jahren eine Beteiligung an ähnlichen Angriffen. Die äthiopische Regierung wirft den bewaffneten Gruppen vor, gezielt ethnische und religiöse Spannungen anzuheizen, um das Land zu destabilisieren.
Zunehmende Gewalt gegen Christen
Die orthodoxe Kirche sprach von einem „Massaker“ und beklagt eine zunehmende Gewalt gegen Christen in der Region. In einer Stellungnahme erklärte sie, man habe die Behörden wiederholt auf die sich verschlechternde Sicherheitslage aufmerksam gemacht, „doch bislang gibt es keine Lösung“. Nach Angaben des Ethiopian Human Rights Council wurden in der Region in den vergangenen vier Jahren bereits 458 Menschen bei ähnlichen Angriffen getötet. Die jüngste Gewaltwelle zählt damit zu den schwersten Vorfällen der letzten Jahre.





































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