Nach Angaben des katholischen Hilfswerks Aid to the Church in Need (ACN) hat sich die Situation von Christen weltweit weiter verschlechtert. Der am Dienstag in London vorgestellte Bericht „Persecuted and Forgotten?“ untersucht die Lage in 18 Ländern zwischen August 2024 und Juni 2026. Demnach verschärfte sich die Verfolgung von Christen in 55 Prozent der untersuchten Staaten, während sich in keinem einzigen Land Verbesserungen erkennen ließen. Laut ACN sind weltweit rund 220 Millionen Christen unmittelbar von Verfolgung betroffen.
Besonders kritisch bewertet der Bericht die Entwicklung in Staaten mit autoritären Regierungen. In China hätten die Behörden ihre Kontrolle über christliche Gemeinden weiter ausgebaut, während in Nicaragua Geistliche verhaftet oder ins Exil gezwungen worden seien. Auch im Iran sei der Druck gestiegen. Dort habe sich die Zahl der Festnahmen von Christen innerhalb eines Jahres verdoppelt. ACN fordert deshalb die konsequente Umsetzung von Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der die Religionsfreiheit schützt.
Als besonders besorgniserregend beschreibt der Bericht die Lage in Teilen Subsahara-Afrikas. In Ländern wie Nigeria, Burkina Faso, Mali und Niger hätten islamistische Gruppen ihren Einfluss deutlich ausgeweitet. Nach Angaben von ACN kontrollieren Extremisten inzwischen große Teile der Sahelzone und schränken dort die Religionsfreiheit massiv ein. Christen dürften ihren Glauben teilweise nur noch innerhalb von Kirchengebäuden ausüben. „Wir sind nicht auf der Suche nach Sonderrechten“, sagte ACN-Sprecher John Pontifex. „Wir fordern lediglich ein Ende von Unterdrückung, Gewalt und ungerechter Verfolgung aufgrund des Glaubens.“
Aid to the Church in Need beschränkt seine Studie auf 18 Länder, in denen religiöse Freiheit nach eigener Einschätzung besonders bedroht ist. Damit setzt die Organisation auf Fallstudien mit Trendaussage statt auf eine Gesamtbilanz. Als Vergleich: Open Doors erstellt jährlich eine Rangliste der 50 Länder mit der stärksten Verfolgung und untersucht dafür rund 100 Länder.





































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