Die Evangelische Landeskirche von Kurhessen-Waldeck ermutigt Pfarrerinnen und Pfarrer zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Voraussetzung sind jedoch eine Schulung, eine Prüfung und ein Zertifikat, berichtet die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine (HNA). Zudem regeln Leitlinien den Einsatz der Technik. Für das Verfassen von Predigten soll KI ausdrücklich nicht genutzt werden.
Vorteile gebe es vor allem bei organisatorischen Aufgaben. KI könne etwa Rechtschreibung prüfen oder bei der Strukturierung von Texten helfen. Außerdem gebe es eine Liturgie-KI der Evangelischen Kirche in Deutschland, die Gottesdienste vorbereitet und Bibeltexte, Liedvorschläge sowie liturgische Bausteine zusammenführt.
Als besonders hilfreich wird die Entlastung bei Verwaltungsaufgaben angesehen. Die gewonnene Zeit könne stärker in Gemeindearbeit und Seelsorge investiert werden. Gleichzeitig verweist die Landeskirche auf ethische Leitlinien, die unter anderem Menschenwürde, Transparenz und den verantwortungsvollen Umgang mit Daten betonen.
Studie: Mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden nutzt generative KI
Künstliche Intelligenz wird im kirchlichen Umfeld immer häufiger genutzt. Laut der Studie „Digitalisierung im Raum der Kirchen“ (Mai 2026) verwenden 54 Prozent der Kirchenmitglieder und Mitarbeitenden generative KI-Anwendungen wie ChatGPT. Am häufigsten kommen sie für Recherchen (60 Prozent) und die Texterstellung (52 Prozent) zum Einsatz. Knapp ein Drittel der Befragten (29 Prozent) nutzt KI zudem als Ratgeber.
Gleichzeitig sprechen sich die Befragten klar für verbindliche ethische Leitlinien beim Einsatz von KI in kirchlichen Einrichtungen aus. Bei sensiblen Entscheidungen müsse die Verantwortung weiterhin beim Menschen liegen.
The Christian Post hatte im Dezember 2025 gemeldet, dass zwei Drittel der US-amerikanischen Pastoren KI zur Predigtvorbereitung nutzen. ChatGPT werde beispielsweise häufig zur Recherche, Predigtvorbereitung und Gestaltung der kirchlichen Öffentlichkeitsarbeit genutzt. 61 Prozent der Befragten nutzen KI täglich oder wöchentlich, 2024 waren es noch 43 Prozent.
Südkorea: KI-Mönch geweiht
Für Aufsehen sorgte im Mai die Meldung, dass ein buddhistischer Orden in Südkorea einen humanoiden KI‑Roboter zum Mönch geweiht hat. Der Roboter soll junge Menschen für den Tempel interessieren und zugleich Entwickler von Künstlicher Intelligenz an buddhistische Werte wie Mitgefühl, Weisheit und Verantwortung erinnern.






































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