Christinnen und Christen unterschiedlicher Organisationen rufen dazu auf, am Reformationstag, dem 31. Oktober, digital und vor Ort mit anderen Christen zusammenzukommen und gemeinsam für Frieden und Besonnenheit zu beten. Anlass sind aktuelle Entwicklungen und Aufrufe in sozialen Netzwerken zu gewaltfreien Demonstrationen. Unklar ist, ob es nicht doch zu Ausschreitungen und Gewalt kommt.
„Gen Z betet“ möchte Antwort auf Protest sein
Unter dem Motto „Gen Z betet“ ruft ein breites ökumenisches Netzwerk dazu auf, am Samstag gemeinsam für Frieden, Versöhnung und die Zukunft Deutschlands zu beten. Die Initiative versteht sich als Antwort einer Generation, die Zukunft gestalten will, und setzt laut ihrer Webseite auf Gebet statt Gewalt, Hoffnung statt Hass und Segen statt Verurteilung. Menschen aller Altersgruppen sind eingeladen, mitzumachen.
Am 31. Oktober, dem Reformationstag und Vorabend des Allerheiligenfestes, wird von 0 bis 24 Uhr rund um die Uhr gebetet. Das Gebetshaus Augsburg ist Zentrum der Aktion und überträgt im Livestream auf YouTube. Ein zentrales gemeinsames Gebet beginnt um 14:00 Uhr, zeitgleich mit angekündigten Demonstrationen. Die Gebetsanliegen umfassen politische Verantwortungsträger, Frieden auf den Straßen, den Schutz aller Beteiligten und Gehör für berechtigte Anliegen junger Menschen, die nicht von Extremismus, Islamismus oder Antisemitismus vereinnahmt werden sollen.
Evangelische Allianz: „Versöhnende Kraft des Evangeliums“
Die Evangelische Allianz in Deutschland (EAD) fordert die Ortsallianzen, Kirchen und Gemeinden zum Gebet auf. Am Reformationstag solle nicht Wut, Chaos und Zerstörung gefeiert werden, sondern die „versöhnende und lebensschaffende Kraft des Evangeliums“ sichtbar werden. Gebetet werden soll unter anderem für Frieden auf den Straßen, für den Schutz von Familien, Kindern und älteren Menschen sowie für Frauen und Männer bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten.
In der Mitteilung bittet Dr. Reinhardt Schink, Vorstand der EAD, außerdem um Schutz für Menschen mit Migrationshintergrund, damit sie nicht „in falsche Schubladen“ gesteckt oder in einem „politischen Spiel“ instrumentalisiert werden. Ferner werden Weisheit für Verantwortliche sowie Bewahrung und Versöhnung für Betroffene erbeten.
Besonders hervorgehoben wird die Bitte um Schutz für jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie für jüdische Gemeinden und Einrichtungen. Der Aufruf schließt mit einem Bibelzitat aus Jeremia 29,7: „Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's auch euch wohl.“
ICEJ in Deutschland warnt vor einem möglichen „Flächenbrand“
Die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (ICEJ) in Deutschland warnt vor einem möglichen „Flächenbrand“ bei den für Samstag angekündigten Schülerprotesten.
Die ICEJ betont jedoch, dass sie die Zukunftsängste der jungen Generation für berechtigt hält. Als Gegenreaktion ruft sie für den 31. Oktober um 16 Uhr zu einem deutschlandweiten Gebet vor den Rathäusern auf.
Christinnen und Christen sollen frei oder mit Psalmen für ihre Stadt und die Regierung beten, ausdrücklich ohne Fahnen, Slogans oder politische Versammlung, „nur mit Ihrer Bibel“. Im Mittelpunkt stehen laut Gottfried Bühler, dem Vorsitzenden des deutschen Zweigs, „Gnade für Deutschland“, eine neue Hinwendung zum Gott der Bibel und die junge Generation.








































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