Junge Menschen geraten zunehmend in den Fokus von Sekten und sektenähnlichen Gruppierungen. Darüber berichtet der SWR in einem Beitrag für die Tagesschau. Als Beispiel nennt der Bericht die aus Südkorea stammende neureligiöse Bewegung Shincheonji, die laut internen Schulungsmaterialien gezielt Kontakte über soziale Medien knüpfen und Interessierte in Bibelkurse führen soll. Kritiker bemängeln, dass dabei die tatsächliche Zugehörigkeit der Gruppe zunächst oft verschwiegen werde.
Junge Erwachsene fühlen sich aktuellen Umfragen zufolge stärker von Krisen belastet als ältere Generationen. Viele suchen nach Orientierung, Gemeinschaft und Sinn. Laut der Soziologin Claudia Neu schaffen Einsamkeit, Verunsicherung und die Folgen der Corona-Pandemie einen Nährboden, den Sekten und ideologische Gruppen gezielt nutzen könnten. Durch soziale Medien hätten diese heute deutlich mehr Möglichkeiten als früher. Beratungsstellen berichten, dass Jugendliche und junge Erwachsene in den vergangenen Jahren verstärkt angesprochen worden seien. Experten fordern deshalb mehr Präventions- und Aufklärungsarbeit.
Fußgängerzonen als Missionsgebiet
In Fußgängerzonen werden meist jüngere Menschen angesprochen, heißt es in einem Beitrag des Referats für Sekten- und Weltanschauungsfragen der westfälischen Landeskirche. Dabei gehe es beispielsweise um Hilfestellungen bei Uni-Referaten oder anderen Studienaufgaben. So entstünden schnell persönliche Kontakte. Es folgten Einladungen zu Bibelkursen. In drei Stufen würden die Teilnehmenden dann mit der Heilslehre von Shincheonji vertraut gemacht. Mit der Zeit gerieten viele Mitglieder unter erheblichen Druck, selbst neue Anhänger zu gewinnen und immer mehr Zeit für die Ziele der Gruppierung aufzubringen.
Oliver Koch, Weltanschauungsbeauftragter der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, sagte 2025, Shincheonji sei seit etwa 2010 in Deutschland aktiv und mit schätzungsweise rund 3.000 Mitgliedern vertreten.





































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