Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva hat die Stichwahl um das brasilianische Präsidentenamt mit 51,8 Prozent der Stimmen gewonnen. Sein Herausforderer Flávio Bolsonaro erhielt 48,2 Prozent. Das katholische Hilfswerk Misereor wertet das Ergebnis in einer Stellungnahme als Erfolg für die Demokratie und verweist vor allem darauf, dass Millionen zusätzliche Wählerinnen und Wähler zur Wahl gegangen seien.
Brasilien-Expertin Regina Reinart bezeichnete den Wahlsieg als Zeichen demokratischer Stärke. „Es zeigt, wie viele Menschen sich in Brasilien für die Demokratie eingesetzt haben.“ Besonders Partnerorganisationen des Hilfswerks hätten den Ausgang der Wahl erleichtert aufgenommen, da sie um den Schutz des Amazonas und ihre Arbeit für Menschenrechte fürchteten. Zugleich warnte Reinart vor weiteren politischen Spannungen, nachdem Bolsonaro angekündigt habe, das Wahlergebnis anzufechten.
Auch Claudia Fix, Leiterin der Misereor-Verbindungsstelle in Brasilien, sieht große Herausforderungen. Zwar könne Lula seinen Reformkurs fortsetzen, doch stehe ihm ein stark konservativ und teilweise rechtsextrem geprägter Kongress gegenüber. „Der wiedergewählte Präsident wird es mit einem Kongress zu tun haben, der so konservativ und rechtsextrem ist wie nie zuvor in der brasilianischen Geschichte seit der Redemokratisierung.“ Viele politische Kräfte würden daher zunächst damit beschäftigt sein, bereits erreichte Fortschritte bei Menschenrechten und Umweltschutz zu verteidigen.







































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