Der protestantische Pastor Maikel Pupo Velázquez befindet sich seit Ende September in kubanischer Haft. Darüber berichtet der Nachrichtendienst Worthy News unter Berufung auf die Menschenrechtsorganisationen Christian Solidarity Worldwide (CSW) und Voice of the Martyrs Canada (VOMC). Dem Pastor wird „Ungehorsam“ vorgeworfen, nachdem er versucht hatte, Teilnehmer über die Absage einer christlichen Gebetsveranstaltung zu informieren.
Das übergemeindliche Gebetstreffen sollte in einem Stadion in der Stadt Camagüey in Zentralkuba stattfinden. Nach Angaben von VOMC hatten Christen verschiedener Gemeinden geplant, für ihr Land zu beten. Sicherheitskräfte sollen Pastor Pupo Velázquez jedoch gewarnt haben, dass er mit einer Gefängnisstrafe rechnen müsse, falls sich Gläubige dort versammelten. Daraufhin sagte er die Veranstaltung ab. Als er später zum Stadion ging, um möglicherweise eintreffende Besucher über die Absage zu informieren, wurde er festgenommen.
Kein Kontakt zur Familie
Nach Angaben von CSW wurde der Pastor zunächst neun Tage lang ohne Kontakt zu seiner Familie in einer Einrichtung des Staatssicherheitsdienstes festgehalten. Anschließend verlegten die Behörden ihn in das Gefängnis La Cerámica Roja bei Camagüey. Seine Frau, Pastorin Anisley Ortiz, hat öffentlich seine Freilassung gefordert und Christen zum Gebet aufgerufen.
Open Doors: Religionsfreiheit in Kuba stark eingeschränkt
CSW kritisiert die Inhaftierung als ungerechtfertigt und verweist darauf, dass der Pastor den Anweisungen der Behörden habe nachkommen wollen. Bereits im Jahr 2025 war Pupo Velázquez vorübergehend festgenommen worden, nachdem er Familien politischer Gefangener mit Medikamenten und Hilfsgütern unterstützen wollte. Trotz des Drucks durch staatliche Stellen engagierte er sich weiterhin in der christlichen Jugendarbeit und Gebetsinitiativen.
Die Festnahme erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Kritik an der Religionsfreiheit in Kuba. Nach Angaben des christlichen Hilfswerks Open Doors belegt das Land Platz 24 auf dem Weltverfolgungsindex 2026. Besonders nicht registrierte Kirchen stehen demnach unter Beobachtung der Behörden und sehen sich mit Einschränkungen, Geldstrafen oder rechtlichen Maßnahmen konfrontiert.








































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