Lass mich deine Gnade erfahren, und tröste mich,
wie du es mir versprochen hast!
Psalm 119,76
Ich kann nicht schlafen. Drehe mich von einer Seite auf die andere und horche auf die regelmäßigen Schläge der Kirchturmuhr, die bezeugen, dass die Nacht voranschreitet. Meine Katze blinzelt und sieht genervt aus. Sie versteht nicht, warum ich so unruhig bin. Aber ich mache mir Sorgen. Mein Kopf ist hellwach, beschäftigt mit einer Situation, die mich belastet. Irgendwann schlafe ich erschöpft ein. Am nächsten Morgen sitze ich müde am Fenster und betrachte den klaren Himmel. „Meine Gnade ist jeden Morgen neu“, scheint Gott mir zuzuzuflüstern. Funkelnagelneue Gnade? Bei jedem Sonnenaufgang? Mir fällt ein, was Ken Tada, der Mann der querschnittsgelähmten Joni Eareckson Tada, einmal in einem Interview gesagt hat: „Ich versuche nicht, darüber nachzudenken, was nächsten Monat oder nächstes Jahr passieren könnte. Wie Jonis Gesundheit sich entwickeln könnte. Ich lebe einen Tag nach dem anderen und stütze mich auf Gottes Gnade, die an jedem Morgen neu ist. Es macht keinen Sinn, sich über morgen Sorgen zu machen, denn dafür steht keine Gnade zur Verfügung.“ Wahrscheinlich ist es deshalb so anstrengend, denke ich. Ich mache mir Sorgen über etwas, für das noch keine Gnade da ist! Gott gibt immer nur genügend Gnade für einen Tag. In der Bibel steht: „Die Gnade des Herrn nimmt kein Ende! Sein Erbarmen hört nie auf, jeden Morgen ist es neu. Groß ist seine Treue“ (Klagelieder 3,22–23; Neues Leben). Gottes Gnade ist jeden Morgen neu. Sie ist genug für den Tag. Genug für heute. „Herr“, bete ich, „danke, dass du mir heute Morgen funkelnagelneue Gnade schenkst! Sie ist genug für heute. Du wirst mir heute bei allen Herausforderungen helfen. Ich will mir keine Sorgen machen wegen morgen, sondern dir vertrauen, dass du dann neue Gnade schenken wirst. Genug für jeden Tag.“








































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