Jugendliche haben in den vergangenen Monaten in der Basler Innenstadt Kekse verkauft und dabei um Spenden für eine angebliche Schulreise nach Schweden gebeten. Auf Nachfrage, welche Organisation dahintersteht, nannten die Teenager die International Mission Church (IMC), eine pfingstliche Freikirche mit Hauptsitz in Stockholm.
Unklar ist, wofür die gesammelten Gelder konkret verwendet werden. Der Theologe Georg Schmid leitet Relinfo, die kirchliche Fachstelle für Religionen, Sekten und Weltanschauungen. Gegenüber Bajour sagte er, dass IMC schon seit einigen Jahren wegen der Straßeneinsätze in der Kritik stehe; vor allem deshalb, weil der religiöse Hintergrund zunächst nicht offengelegt werde. Wer für kirchliche Veranstaltungen oder Missionsprojekte sammle, sollte dies nach seiner Ansicht transparent kommunizieren.
Seitenzweig der Pfingstbewegung
Die IMC wurde 1999 vom Ehepaar Rodolfo und Leyla Rojas in Stockholm gegründet. Sie hat Gemeinden in Schweden, Norwegen und der Schweiz. Die IMC gehört zur Apostolischen Bewegung, einem Seitenzweig der Pfingstbewegung. Typische Praxis sind Erwachsenentaufen (in Bern etwa in der Aare), frühe Morgengebete und Evangelisation. Eine frühere Schweizer Trägerorganisation, die IMC Association in Ecublens (VD), wurde 2017 per Gerichtsurteil für bankrott erklärt und später aus dem Handelsregister gelöscht.
In Schweden geriet die IMC unter anderem wegen einer öffentlich diskutierten Gebetsaktion auf einem für eine Moschee vorgesehenen Grundstück in die Schlagzeilen. Gleichzeitig kursieren im Internet kritische Erfahrungsberichte ehemaliger Mitglieder, die sich jedoch nicht unabhängig überprüfen lassen.
Die IMC Stockholm beschreibt sich auf ihrer Homepage als „geistliche Familie“, die das Evangelium „in jedes Herz“ bringen, Leben aufbauen, Familien wiederherstellen und Jünger formen will. Die Gemeinde steht „unter der Leitung unserer Apostel Rodolfo und Leyla Rojas“. Nach eigenen Angaben betreut die Gemeinde rund 1.500 Personen. Sie gilt als größte pfingstlich-charismatische Gemeinde Stockholms mit lateinamerikanischem Hintergrund.
Auf Anfragen des Onlinemagazins Bajour reagierte die IMC nicht.






































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