Die Calvary Chapel Costa Mesa im kalifornischen Santa Ana hat sich in einem Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs mit der Klägerin auf einen Vergleich über 12 Millionen US-Dollar geeinigt. Das teilten die Anwälte der Klägerin mit, wie das christliche Portal MinistryWatch berichtet. In der Gemeinde hatte Pastor Chuck Smith einst die Calvary-Chapel-Bewegung gegründet.
Eine alleinerziehende Mutter hatte die Klage 2024 eingereicht. Sie richtete sich gegen die Kirche, ihren Hauptpastor Brian Brodersen, den früheren Gemeindeleiter Jacob Harman und weitere Personen. Nach Angaben ihrer Anwälte wirft sie Harman vor, sie zwölfmal vergewaltigt zu haben. In einem früheren Verfahren hatte sie ausgesagt, Harman habe sie zwischen Februar 2016 und Juni 2017 mehrfach zum Geschlechtsverkehr gezwungen. Sie arbeitete damals an einer christlichen Schule auf dem Kirchengelände und half ehrenamtlich in einem Programm mit, das Harman gegründet hatte.
Vorwürfe gegen die Kirchenleitung
Laut Klageschrift soll Harman eine „lange Geschichte gewalttätigen Fehlverhaltens“ gehabt haben, von der Brodersen gewusst habe. Bereits 2014 soll Harmans damalige Ehefrau Brodersen in einem privaten Gespräch von „sexueller Gewalt“ und einer „schweren Alkoholsucht“ ihres Mannes erzählt haben. Brodersen soll dem nicht nachgegangen sein. Bevor Harman zur Calvary Chapel kam, war er in Nevada wegen eines Angriffs mit einer Waffe angeklagt worden. Das sagten die Anwälte der Klägerin dem Portal The Roys Report. Später wurde Harman in der Gemeinde zum Pastor ordiniert.
Die Klage wirft der Kirche weiter vor, Beschwerden über Harman unter den Teppich gekehrt zu haben. Nach eigenen Angaben beschwerte sich die Klägerin im Juli 2017 bei der Kirche über den Missbrauch. Kirchenleiter sollen ihre Beschwerde an Harman weitergeleitet haben. Kurz darauf erstattete sie auch Anzeige bei der Polizei. Etwa zur selben Zeit sollen sich nach Darstellung von MinistryWatch weitere Familien bei der Kirchenleitung gemeldet haben, weil Harman ihre Kinder körperlich angegriffen habe. Mitglieder des Kirchenvorstands sollen dennoch keine Meldung an die Behörden gemacht haben, obwohl sie nach kalifornischem Recht dazu verpflichtet gewesen wären.
Die Calvary Chapel Costa Mesa erklärte gegenüber MinistryWatch, ihr seien 2017 Bedenken wegen des Verhaltens eines Mitarbeiters bekannt geworden. Daraufhin habe die Gemeinde eine Untersuchung eingeleitet. An deren Ende sei der betreffende Mann dauerhaft aus der Organisation entfernt und seine Ordination als Geistlicher widerrufen worden. Sein Verhalten, einschließlich der Verstöße, um die es in der kürzlich beigelegten Klage ging, sei als „inakzeptabel“ und als Verstoß gegen den Verhaltenskodex der Kirche eingestuft worden. Man sei dankbar für eine Einigung, die die Verpflichtung der Kirche widerspiegele, sich um Menschen zu kümmern, die von schädlichem Verhalten betroffen sind. Dieses „schmerzhafte Kapitel“ der Kirchengeschichte liege nun hinter ihr.
In einer Sendung mit der Journalistin Julie Roys betonten die Anwälte der Klägerin, wie wichtig klare Meldewege für Fehlverhalten in Gemeinden seien. „Wenn sie (die Betroffene) sich eines aus diesem Verfahren wünscht, dann, dass Opfer wissen, dass sie nicht allein sind“, sagte Anwalt Grady Howe. „Diese Kirchen können zur Verantwortung gezogen werden.“





































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