Jahrzehntelange Erfolge in Gefahr: Der Hunger kehrt zurück

Afrikanisches Mädchen mit armseliger Mahlzeit
Symbolbild: ranplett / E+ / Getty Images

Konflikte, Klimaschocks und wirtschaftliche Unsicherheit verschärfen den Hunger in vielen Regionen der Welt. Die Welthungerhilfe fordert, Ernährungssicherheit systematisch in der Friedens- und Sicherheitspolitik zu verankern.

Die weltweite Hungersituation hat sich laut der Welthungerhilfe erstmals seit Jahren wieder verschlechtert. Der aktuelle Welthunger-Index liegt mit 18,1 Punkten über dem Wert von 2018. Zuvor war der Wert seit dem Jahr 2000 über einen langen Zeitraum deutlich gesunken.

Als wichtigste Ursachen nennt der Bericht bewaffnete Konflikte, geopolitische Spannungen, Klimaschocks und wirtschaftliche Unsicherheit. Besonders Kriege erschwerten den Zugang zu Nahrung und zerstörten vielerorts Lebensgrundlagen. Die verschiedenen Krisen verstärkten sich dabei gegenseitig: Hunger könne Instabilität verschärfen, während Konflikte wiederum zu mehr Ernährungsunsicherheit führten.

Dramatische Situation in Konfliktstaaten

Besonders dramatisch bleibt die Lage in mehreren Konfliktstaaten. Länder wie Somalia (WHI: 47,0), die Demokratische Republik Kongo (39,5) und der Tschad (38,0) zählen weiterhin zu den Staaten mit dem höchsten Hungerniveau weltweit. In diesen Ländern verschärfen Konflikte, Unsicherheit und wiederkehrende Krisen die Ernährungslage zusätzlich.

Der Welthunger-Index misst die Hungersituation anhand von vier Kriterien: Unterernährung, Wachstumsverzögerungen bei Kindern, Auszehrung bei Kindern und Kindersterblichkeit. Für die aktuelle Ausgabe wurden laut Welthungerhilfe öffentliche Daten aus den Jahren 2021 bis 2025 ausgewertet. Die Verschlechterung zeigt sich laut Bericht in drei der vier Indikatoren: Unterernährung sowie Wachstumsverzögerung und Auszehrung bei Kindern nahmen zu. Lediglich die Kindersterblichkeit ging leicht zurück.

Die Welthungerhilfe hat den Index gemeinsam mit dem Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht (IFHV) sowie der Entwicklungshilfeorganisation Helvetas erstellt.

siteReplies.discuss

Lies auch

Bärbel Bas läuft in einem Gang
Meinung

Ministerin und SPD-Chefin Bas tritt zurück: Ein Weckruf für mehr Menschlichkeit

Lies auch

Prof. Dr. Heino Falcke
Nachrichten

Astrophysiker Heino Falcke: „Es gibt Gott. Punkt.“

Weitere Artikel