Gottes Wille und die eigenen Wünsche

Gebet
Symbolbild (Foto: iStock / Getty Images Plus / simonapilolla)

Jesus weiß, was auf ihn zukommt: Leid, Kreuz und Tod. Trotzdem bittet er nicht um Rettung, sondern darum, dass der Name seines Vaters verherrlicht wird.

»Jetzt ist meine Seele voll Unruhe. Und was soll ich sagen? 
›Vater, hilf mir aus dieser Stunde?‹ Doch darum bin ich in diese 
Stunde gekommen. ›Vater, verherrliche deinen Namen!‹«  
Da kam eine Stimme vom Himmel: »Ich habe ihn verherrlicht 
und will ihn abermals verherrlichen.«
Johannes 12,27-28

Jesus ist angefochten und betrübt, denn er weiß, dass die Salbung seinem Begräbnis galt, und dass die jubelnde Menge bald genauso laut seine Kreuzigung fordern wird. In diesem Gemütszustand fragt sich Jesus: Soll ich um meine Errettung, Bewahrung und Erlösung beten? Doch es bleibt bei dieser rhetorischen Frage, denn Jesus selbst gibt die Antwort. Er weiß ganz genau, dass er nicht um sein Wohlbefinden bitten kann, denn dann würde er den Willen seines Vaters verlassen. Jesus weiß, dass er genau in diese Situation hineingesandt wurde. Das Kreuz ist nicht das Ende seines Lebens, sondern das Ziel:  »Darum bin ich in diese Stunde gekommen.«
Stattdessen betet er: Vater, verherrliche deinen Namen! Jesus betet, dass der Wille des Vaters geschehe und sein Name geheiligt werde. Jesus stellt den Willen des Vaters über seine Wünsche. Es geht ihm nicht um seine Rettung, sondern um die Herrlichkeit des Vaters. Wie beten wir? Beten wir »Rette mich« oder beten wir »Verherrliche dich«? Eine schwere Entscheidung. Haben wir so ein inniges  Verhältnis zum Vater, dass wir ihm unser Schicksal anvertrauen und dies über den verständlichen Wunsch stellen, gerettet zu werden? Wir wollen lernen zu beten, wie es uns der Herr Jesus selbst gelehrt hat: »Vater unser im Himmel – geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme – dein Wille geschehe.«

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