Pfarrertag: Kirchengemeinden sind „Raum der Hoffnungspflege“

Eine Bibel liegt auf einer Kanzel. Im Hintergrund sieht man ein Kirchenfenster.
Foto: Birzio / E+ / Getty Images

Unter dem Motto: „Hoffnung“ stand der 78. Deutsche Pfarrerinnen- und Pfarrertag in Stuttgart. Theologieprofessorin Ruth Conrad rief in ihrem Hauptvortrag dazu auf, die Arbeit von Kirchengemeinden wertzuschätzen.

Die Kirchengemeinden vor Ort sind nach Ansicht der Theologieprofessorin Ruth Conrad ein unverzichtbarer „Raum der Hoffnungspflege“. Es brauche starke, offene und handlungsfähige Gemeinden, in denen Menschen einander wahrnehmen und Verantwortung übernehmen, sagte sie am Dienstag in ihrem Hauptvortrag beim 78. Deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrertag in Stuttgart. Conrad lehrt Praktische Theologie an der Humboldt-Universität Berlin.

Ob ein Geburtstagsbesuch, ein Gemeindefest, oder ein Gottesdienst: All dies könne man nicht ersetzen, indem man Rechte und Verantwortung auf eine nächste höhere Hierarchieebene delegiere, oder an regionalisierte Angebote wie Kasualagenturen oder Akademien abgebe. „Das Lokale ist das Schmieröl von Kirche und Gesellschaft. Deshalb sind lokale Strukturen, starke, offene und handlungsfähige Gemeinden wohl auch eine gute Strategie zur Stabilisierung von Demokratie.“

Gottesdienst als Motor für Hoffnung

In den Gemeinden dürfe der Gottesdienst und die Predigt nicht aufgegeben werden. „Denn eine Kirche des Wortes, die Gottesdienst und Predigt aus Gründen der Effizienz oder des Gelangweiltseins wegrationalisiert, scheint mir eine schlechte Option“, sagte Conrad. „Die vielfältigen Gottesdienste sind die öffentliche Visitenkarte der Kirche.“ Es sei wichtig, das Kerngeschäft und das Normale gut und unaufgeregt zu machen, betonte sie.

Der Pfarrerinnen- und Pfarrertag ist der nach eigenen Angaben größte theologische Fachkongress in Deutschland und findet alle zwei Jahre statt, dieses Jahr mit rund 600 Teilnehmenden in Stuttgart. Dem Verband Evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer in Deutschland, der den Pfarrertag veranstaltet, gehören rund 19.000 Pfarrerinnen und Pfarrer innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an.

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