Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er
lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: »Frau, siehe, das ist dein
Sohn!« Danach spricht er zu dem Jünger: »Siehe, das ist deine
Mutter!«
Johannes 19,26-27
Soziale Gemeinschaft oder individuelle Jesus-Nachfolge? Hier zeigt uns Jesus: Die Wichtigkeit der Gemeinschaft, der Nächstenliebe und der Diakonie lösen die Abhängigkeit von Christus und die individuelle Beziehung zu Christus nicht ab. Sie ergänzen sie. Jesus zeigt große Fürsorge. Er übergibt seine Mutter in die Obhut seines Jüngers Johannes. Ihm bietet er einen Platz in seiner Familie. Jesus kümmert sich um seine Nächsten. Das tut er, indem er seine Lieben dazu auffordert, aneinander Nächstenliebe zu üben. Jesus sorgt sich um die Nöte der Menschen, die ihm anbefohlen sind. Diese Nöte werden durch die liebevolle Gemeinschaft gelindert. Diese Situation am Kreuz ist ein Fingerzeig auf die grundsätzliche Aufgabe der Gemeinde. Jesus, das Haupt des Leibes, der Gemeinde, will durch seine Nachfolger die Liebe Gottes zu den Menschen sichtbar machen. So erleben wir die Nähe Christi durch den Besuch eines Freundes, durch die praktische Hilfe unseres Nachbarn, durch die tröstenden Hände der Mutter, durch den Pfleger, der den Patienten ins Bett legt … Jesus wirkt durch seinen Leib.
Jesu Liebe kommt durch Menschen zu anderen Menschen. Er ist nicht darauf beschränkt, aber er möchte dieses »Medium« benutzen. Jesus braucht nicht unsere Füße, um zum Nächsten zu gelangen, und er braucht nicht unsere Hände, um dem Nächsten zu helfen und ihn zu trösten – aber er möchte unsere Hände, unsere Füße und unsere Herzen gebrauchen!







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